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Die Wüste zum Leben erwecken: Das Biodiversitäts-Projekt eines Schweizers in Australien

Gepostet am 12 Juni 2020

Aus öder und trockener Wüste mach fruchtbaren Boden und ermögliche weitflächige Biodiversität – das in nur 30 Jahren. Der Schweizer Christof Henggeler zeigt wie und inspiriert dazu, es ihm gleichzutun.

Christof Henggeler

Ein Schweizer Farmer, der seine Vision im australischen Outback verwirklicht: Das ist Christof Henggeler. Geboren im heutigen Simbabwe, ist Henggeler von Kindheit an mit Landwirtschaft in teilweise unwirtlichem Klima vertraut. Als sich seine Familie bei Ausbruch des Bürgerkriegs in die Schweiz zurückzog, verabschiedete er sich von der Landwirtschaft – vorerst. Im „bürgerlichen“ Leben angekommen, begann der kluge Anleger, Rücklagen zu bilden und Immobilien zu erwerben.

In der Schweiz lernte Henggeler auch seine Frau kennen, das Paar heiratete, bekam drei Kinder. Als der Punkt erreicht war, dass die Familie von Henggelers Mieteinnahmen leben konnte, verwirklichte der Schweizer Farmer seinen Lebenstraum: Er wanderte mit Frau und Kindern nach Australien aus, erwarb 1990 seine Farm und ging daran, der Welt seine Vision zu demonstrieren. Seit 30 Jahren beweist Christof Henggeler, dass der Mensch nicht nur zerstört, sondern durchaus die Möglichkeit hat, die Selbstheilungskräfte der Natur zu reaktivieren. 

Nutztiere als Landschaftsgärtner

Im Extremwetter des australischen Hinterlands lebt Familie Henggeler eine Flugstunde von der nächsten Siedlung entfernt. Die Schweizer Familie hält Vieh, die Herden machen auf den ausgedehnten Ländereien die Runde, nach einem System, das Henggeler durch Versuch und Irrtum erarbeitet hat. Seine Rinder sind quasi Landschaftsgärtner, denn sie müssen sich nicht rentieren. Kein Tier wird gemolken oder geht ins Schlachthaus. Die Aufgabe der Herden ist eine ganz andere.

Christof Henggeler

Das Vieh lockert einerseits bei seinen Rundgängen auf der Weide den Boden mit den Hufen auf, tritt aber auch Pflanzenteile und Samen ein und liefert durch die Exkremente gleich Dünger für deren Gedeihen. Allmählich keimen Pflanzen in zuvor öden Landschaften, der Kreislauf von Regen und Sonne sorgt dafür, dass sich hier heimische Pflanzen, die an das Klima gewöhnt sind, wieder ausbreiten können. Ist die Vegetation gut eingewurzelt, können die Böden das Regenwasser auch wieder speichern.

Was Christof Henggeler in dreissig Jahren erreicht hat, lässt staunen. Auf seiner Farm führen die kleinen Wasserläufe das ganze Jahr hindurch Wasser, grüne Vegetation erstreckt sich so weit das Auge reicht. Ein Wunder – aber ein menschengemachtes.

Henggelers Vision ist übertragbar

Der Schweizer Farmer will sich nicht auf den erreichten Erfolgen ausruhen. Im Gegenteil, er möchte richtungsweisend arbeiten. Sein Projekt hat gezeigt, dass gezieltes Landmanagement auf vermeintlich verödeten Böden erneut Wassersicherheit und Biodiversität schaffen kann, in nur einer Generation. Zugleich hat er die grüne Lunge des Planeten sichtbar erweitert und einen enormen Beitrag zur Bindung von CO2-Emissionen geleistet.

Christof Henggeler

Henggelers Ansatz ist einfach – er geht davon aus, dass geduldige Beobachtung und behutsames Eingreifen die Natur dazu bringen, sich selbst zu heilen. Für ihn ist die Natur der Lehrmeister. Aus der Luft gegriffen hat er die Ideen jedoch nicht, er bezieht sich in vielem auf den Ökologen und Viehhalter Allan Savory, der die holistische Landverwaltung erfunden hat.

Mit diesem Ansatz können sowohl Gebiete in den Tropen und Subtropen geschützt und geheilt, als auch verödete Landstriche wieder belebt werden.

Holistisches Landmanagement im Pro und Contra

Die Methode, die der Schweizer über Jahrzehnte auf seiner Farm entwickelt hat, kann wesentlich dazu beitragen, Menschen zu helfen, die heute aufgrund der Klimaveränderungen gezwungen sind, ihre Heimat zu verlassen, beispielsweise in der Sahelzone. Neben der Wiederbelebung der Landschaft sieht Henggeler im Handel mit CO2-Emissionszertifikaten eine Möglichkeit für zusätzliches Einkommen für diese Länder.

Doch der Ansatz wird auch, wie könnte es anders sein, kritisiert. Zu Beginn wurde die Schweizer Familie ohnehin belächelt, heute ist der wichtigste Kritikpunkt, dass die Farm keinen Gewinn abwirft. Muss sie ja auch nicht. Das, so die Gegner der Methode, können sich Menschen im afrikanischen Sahel oder Bauern in Spaniens Ebenen nicht leisten.

Christof Henggeler

Doch dem tritt der Schweizer entschieden entgegen – er geht davon aus, dass sich ein Bewusstseinswandel abzeichnet, dass informierte Verbraucher gezielt mit dem Einkaufswagen Umweltschutz betreiben werden. Denn die Folgen des Klimawandels sind längst nicht mehr auf entfernte Länder beschränkt. Sie sind schon angekommen in Europa.

 

Schau dir die Dokumentation von Christof Henggelers Projekt auch auf Youtube an.

Quelle: SRF DOK

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