Pilze – vielfĂ€ltige Lebensform zwischen Tier und Pflanze

Die Pilzsaison ist eröffnet – im September und Oktober hat man die besten Chancen, auf der Pilzsuche erfolgreich zu sein. Dabei ist aber Vorsicht und Expertenwissen geboten. Doch was sind Pilze eigentlich?

Die Pilzsaison ist eröffnet – im September und Oktober hat man die besten Chancen, auf der Pilzsuche erfolgreich zu sein. Dabei ist aber Vorsicht und Expertenwissen geboten. Doch was sind Pilze eigentlich? – Lesezeit: 4 Minuten

Pilze

Mit Pilzen kennen wir uns aus – oder? Die meisten Menschen wĂŒrden auf Befragen vermutlich, ohne zu zögern sagen, dass ihre Speisepilze eine Art GemĂŒse seien. Bei der Backhefe wird es dann schon kniffliger, denn auch sie gehört zu den Pilzen. Aber was sind Pilze tatsĂ€chlich?

Ein eigenes Reich

Die Ă€usserst vielseitigen „Fungi“ sind weder Pflanzen noch Tiere, sondern bilden eine dritte Gruppe. Wie Pflanzen sind sie ortsgebunden, da sie aber nicht fĂ€hig sind, sich durch Photosynthese zu „ernĂ€hren“, lassen sie sich organische Substanzen schmecken. Ganz genau, Pilze „essen“, wenn man so will – mithilfe von Enzymen.

Die artenreichen Lebewesen stehen Tieren – und damit auch uns – nĂ€her als Pflanzen, aber noch immer sind sie nicht hinreichend erforscht. Von den geschĂ€tzten 5 Millionen Pilzarten sind rund 100‘000 ausfĂŒhrlicher beschrieben. Zu den bekannten Pilzen gehören StĂ€nderpilze, darunter auch unsere Speisepilze, aber auch Einzeller, von denen die Backhefe einer ist.

Der eigentliche Pilz lebt unterirdisch

Wenn wir bei dem, was auf den Teller landet, von Pilzen sprechen, liegen wir eigentlich nicht richtig – denn die sogenannten StĂ€nderpilze sind lediglich Fruchtkörper. Der Pilz, das ist das sogenannte Myzel, ein Flechtwerk feiner FĂ€den im Boden. Sind die Bedingungen gĂŒnstig, treibt das Myzel die oberirdischen Schirmchen aus, die uns so gut schmecken. Dazu muss auf eine warme Periode genug Niederschlag folgen, um die Reife des Fruchtkörpers bis zur Abgabe der Sporen zu gewĂ€hrleisten. Die meisten Pilze vermehren sich asexuell, auch wenn eine Gattung schon weiter ist und ĂŒber Keimzellen verfĂŒgt.

Pilze

Die Mykorrhiza: Symbiose mit Pilzen

In der Natur haben die vielseitigen Bewohner des Reichs der Fungi eine Ă€usserst wichtige Funktion. Sie leben hĂ€ufig in Symbiose mit anderen Pflanzen, vor allem BĂ€umen. Beide Partner profitieren von diesem Zusammenleben. Der Pilz umgibt als Mykorrhiza die Pflanzenwurzeln mit den FĂ€den des Myzels, vergrössert dadurch deren OberflĂ€che und unterstĂŒtzt die Wirtspflanze bei der Aufnahme von Wasser und NĂ€hrstoffen. Auch vor Krankheiten schĂŒtzt der Pilz den Baum im Untergrund. DafĂŒr zeigen sich BĂ€ume erkenntlich: Sie teilen die bei der Photosynthese anfallenden Kohlenhydrate mit dem Pilz. Die Symbiose ist nur in wenigen FĂ€llen auf bestimmte kooperierende Arten beschrĂ€nkt – sowohl der Baum als auch der Pilz können vielseitig aktiv sein, und das Geflecht des Myzels verbindet unterirdisch oft zahlreiche BĂ€ume miteinander. Ein soziales Netzwerk, Ă€hnlich wie Social Media.

FĂŒr die Pilze bedeutet dies: Leidet der Wald, ist auch diese Lebensform bedroht. Pilze und BĂ€ume verabschieden sich gemeinsam aus einem gestressten Ökosystem. Nur durch eine RĂŒckkehr zu einer naturnahen Waldwirtschaft und konsequentem Klima- und Naturschutz kann der Artenreichtum der WĂ€lder erhalten werden.

Pilze selbst bestimmen und sammeln

Zu den Fruchtkörpern der Pilze im Wald gehören zahlreiche beliebte Speisepilze – aber auch hochgiftige Arten. Wer sich nicht gut auskennt, kann leicht einer Verwechslung erliegen. HinlĂ€nglich bekannt ist der grellrote Fliegenpilz, doch auch andere Arten können beim Verzehr schlimme Folgen haben. Pilzkenner empfehlen AnfĂ€ngern, zunĂ€chst nur Röhrlinge zu sammeln, denn Lamellenpilze werden leicht verwechselt – oft sind Vergiftungen die Folge, wenn ein KnollenblĂ€tterpilz fĂŒr einen Wiesenchampignon gehalten wird. Im Zweifelsfall ist die nĂ€chste PilzprĂŒfstelle der geeignete Ort, um die Beute zu sichten.

Fliegenpilz

Wer nicht in die Pilze geht, erhĂ€lt Speisepilze in guter QualitĂ€t auf dem Markt. Dazu gehören die delikaten Steinpilze, die leuchtend gelben Pfifferlinge, im Herbst aber auch die unterirdisch gedeihenden TrĂŒffel, die durch ihr intensives Aroma schon schlichte Pasta oder RĂŒhrei in eine Delikatesse verwandeln. Auch frische Champignons bieten Geschmackserlebnisse, die jede Konserve weit hinter sich lassen.

Egal zu welchem Pilz man greift: Frisch sollte er sein. Denn zu Pilzvergiftungen kommt es vor allem durch vollkommen normale Speisepilze, die schlichtweg zu alt und verdorben sind. Das Eiweiss des Fruchtkörpers zerfÀllt schneller als tierische Proteine, und was von aussen noch ganz gut aussieht, gammelt im Inneren schon. Knackig und duftend sollte ein frischer Pilz sein. Dann kann man unbesorgt zugreifen.

Pilze sind schĂŒtzenswert!

Obwohl wir uns bei NIKIN vor allem mit nachhaltigen Materialien der Modeindustrie befassen und gegen die globale Waldabholzung ankĂ€mpfen, ist es wichtig, auch in anderen Lebensbereichen nachhaltig zu denken. Wir wollen die Menschen motivieren, ihren Lebensstil zu ĂŒberdenken und ihn womöglich nachhaltiger zu gestalten.

 

In unseren Blogs sprechen wir aber nicht nur ĂŒber die obengenannten Themen, sondern auch ĂŒber diverse andere interessante Aspekte der Natur – wie die Welt der Pilze und ihre besondere Beziehung zu BĂ€umen.

Kommentar

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  • Vorsicht ich habe im fernsehen gesehen zuchtchampingongs werden gestresst damit sie besser wachsen.

    Nicht kaufen!

    Joachim Sommerfeld
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