Umweltbewusstsein und Familie: Wie man grüne Werte weitergibt

Umweltbewusstsein und Familie: Wie man grüne Werte weitergibt

Wer selbst nachhaltig lebt und irgendwann eine Familie gründet, wird nicht nur bei der Partnerwahl auf entsprechende Werte achten – auch der Nachwuchs sollte von klein auf lernen, wie wichtig ein verantwortungsvoller Umgang mit der Natur und anderen Menschen ist. Wie so oft, wo es um Menschen und ihr Verhalten geht, lässt sich auch hier sagen: Mit Spass geht es leichter.

Wer sich an die eigene Kindheit und Schulzeit erinnert, weiß in der Regel, dass man vor allem Inhalte aufgesogen hat, die begeistern konnten. Erzieher*innen, Lehrkräfte und folgerichtig auch Eltern oder andere Bezugspersonen können sicher sein, dass man Kinder und Jugendliche nicht mehr schubsen muss, wenn das Interesse einmal geweckt ist. Und dafür gibt es im Bereich der Naturpädagogik so viele Möglichkeiten:

  • Wanderungen
  • Besuche oder Urlaub auf Bio-Höfen
  • Workshops
  • Inhaltlich und formell hervorragende Dokumentationen und kindgerechte Aufbereitung des Themas in Büchern oder Spielen

Gemeinsame Aktivitäten rund um Natur, Tierwelt und Pflanzen machen Spaß und stellen echte Erlebnisse dar (nein, eine App ist nicht dasselbe…). Von hoher Bedeutung ist, dass Eltern selbst für die Sache brennen und die eigene Freude an der Natur und einer nachhaltigen Lebensführung vorleben.

Bild: Es gibt viele Möglichkeiten, um Kindern den Bezug zur Natur näher zu bringen.

Eigenes Verhalten im Alltag: der beste Leitfaden für Kinder

Letztlich sind es die kleinen Dinge, die eine gelungene Umwelterziehung ausmachen: die Gewohnheiten im Alltag, die von Kindern übernommen und fortgeführt werden. Ein bewusster Umgang mit Lebensmitteln, verantwortungsvoller Konsum, vorgelebte Werte wie Bescheidenheit und Rücksichtnahme im rechten Maß sind ein Fundament, das den eigenen Sprösslingen für ihr weiteres Leben eine gute Grundlage bietet.

Ein solches Verhalten entspricht überdies dem, was Kindern ohnehin Spaß macht und die familiäre Bindung festigt. So empfinden schon die Kleinsten etwa das gemeinsame Kochen und das Essen in der Familienrunde mit festgelegten, aber nicht allzu ehernen Tischregeln und lebhafter Konversation als bereichernd. Spaziergänge oder Radtouren entwickeln neben der Aufmerksamkeit für die Umwelt auch die motorischen Kompetenzen.

Sogar stressige Aspekte der Erziehung wie das Thema «Warum wir das jetzt nicht kaufen» können Eltern entspannter angehen, wenn sie auf Erklären statt auf Verbieten setzen – und Alternativen anbieten. 

Bild: Mit gutem Beispiel voran - gemeinsam.

Bildung als Einstieg: kindgerechte Angebote nutzen

Gut zugänglich sind Informationen, die auf unterschiedliche Weise aufbereitet werden und dabei Kindern und Jugendlichen entgegenkommen. Klassiker, bei denen auch wichtige Fragen rund um das Thema Nachhaltigkeit nicht zu kurz kommen, gibt es in Fülle – etwa den generationsübergreifenden Knüller «Die Sendung mit der Maus» oder wertvolle Kinderbücher, die manche Eltern vielleicht selbst noch im Schrank haben.

Während für die Kleinsten eine Vermittlung auf kindlichem Niveau, mit lustigen Elementen und knuddeligen Figuren, den Erfolg sichert, können sich ältere Kinder bereits für sehr informative Bücher oder Dokumentationen begeistern. Wer das Lesefutter nicht selbst anschaffen möchte, findet in der örtlichen Bibliothek häufig ausgesprochen attraktive Angebote für den Nachwuchs, mitunter auch mit angeschlossenen Events.

Bild: Informationen sollten für die Kleinsten leicht zugänglich gemacht werden. 

Gemeinsam Nachhaltigkeit leben

Wer über die genannten Möglichkeiten hinausgeht, kann innerhalb der Familie weitere Ziele setzen, die gemeinsam angestrebt werden – beispielsweise beim Verzicht auf Plastik oder hinsichtlich der Einschränkung des Autofahrens. Auch die Unterstützung oder die eigene Mitarbeit in Projekten mit Nachhaltigkeitsanspruch sind möglich. Da das Spektrum der Projekte inzwischen groß ist, kann die Auswahl nach eigenen Interessen erfolgen.

Gelebte Nachhaltigkeit in der Familie teilt sich Kindern üblicherweise sehr umstandslos mit – vor allem, wenn die «Großen» vormachen, wie es geht, und wenn eine verantwortungsvolle Lebensweise Freude macht. Zwang erweist sich hier als kontraproduktiv, zumal Kinder während der wiederholten Trotzphasen hin und wieder genau das Gegenteil von dem tun, was sich Eltern wünschen. Mit Gelassenheit und guter Kommunikation innerhalb der Familie können Eltern davon ausgehen, dass frühzeitig geschaffene Grundlagen Bestand haben und das Verhalten ihrer Kinder langfristig prägen.

Hast auch du Kids, die du naturnah großziehen möchtest? Wie gehst du mit dem Thema um? Schreib' uns und berichte über deine Erfahrungen. 

Bild: Into the wild.

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