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Welt ohne Menschen – es ginge auch ohne uns!

Gepostet am 07 Juni 2019

Angesichts von Klimawandel, Naturkatastrophen, Kriegen und Überbevölkerung kann man schon gelegentlich ins Nachdenken kommen. Ist das «Modell Menschheit» ein Auslaufmodell? Wie sind wir überhaupt soweit gekommen? Was wäre, wenn es uns überhaupt nicht gäbe? Und was wäre, wenn es uns nicht mehr gäbe? Ein paar Gedankenspiele zu einem interessanten Thema…

 Welt ohne Menschen

Wo kommen wir überhaupt her?

Wir Menschen, so wie wir heute sind, sind lediglich das Endprodukt einer langen Evolution. Vor dem «Homo sapiens» (dem «wissenden» Menschen, der so wissend wohl gar nicht ist), gab es Frühmenschen, die uns den Weg bereitet haben.

Unsere frühesten Ahnen stammen aus Afrika – das Bindeglied zwischen Mensch und Affe war wohl der Australopithecus, der allerdings noch eher den Menschenaffen ähnelte als heutigen Menschen. Aus dem Gebiet des Afar-Grabens in Äthiopien stammen unsere menschenähnlicheren Vorfahren. Eindeutig identifiziert wurden sie zuerst dank des Fossils «Lucy», einer Frau, die wohl aufrecht ging. Von Afrika aus besiedelten Lucys Nachkommen die ganze Welt. Der Homo erectus oder «aufrechtgehende Mensch» eroberte Asien, wo er wohl auf andere Frühmenschenarten traf, die allerdings bald ausstarben. Nach Europa gelangte der Neandertaler. Und der Cro-Magnon Mensch.

Verschiedene Etappen auf dem Weg zum heutigen Homo Sapiens

Ab dem Homo erectus vollzieht sich die Menschwerdung. Besonders beeindruckend war der Homo neandertalensis oder Neandertaler, so benannt nach den Funden aus dem Neandertal bei Düsseldorf in Deutschland. Der Neandertaler war aufgrund des gedrungenen Körperbaus ideal an das kalte Klima der Zwischeneiszeit angepasst, während derer er Europa besiedelte. Verdrängt wurde er von den Cro Magnon Menschen, den Wegbereitern des heutigen Homo sapiens, die uns schon sehr ähnlich waren. Ganz ausgestorben ist der Neandertaler allerdings nicht. Die meisten von uns tragen sein Erbgut in sich, denn die Menschenrassen haben sich durchaus vermischt.

Homo sapiens – und die Umwelt

Mit dem Homo sapiens hielt ein Menschentyp Einzug auf der Welt, der zum ersten Mal in grossem Stil Kultur schuf. Höhlenmalereien, kleine Elfenbeinskulpturen und Ritzzeichnungen entführen uns in die Welt dieser frühen Menschen. Zunächst besiedelten sie Höhlen, wie die Neandertaler. Aber schon bald begannen sie damit, Häuser zu bauen, sesshaft zu werden und Ackerbau zu treiben. Damit beginnt das Eingreifen in eine Natur, mit der man zuvor koexistierte.

Wälder wurden gerodet und machten Platz für Felder. Früher wilde Tiere wurden domestiziert und durch gezielte Züchtung verändert. Man begann mit dem Abbau von Bodenschätzen – zunächst natürlich auf kleinstem Massstab, dann mit zunehmender Ausbreitung des Menschen immer intensiver. Die industrielle Ausbeutung von Natur und Tierwelt durch eine überbordende Menschheit ist die letzte Konsequenz dieser Entwicklung

Wie sähe die Welt aus, wenn es den Menschen nie gegeben hätte?

Wie man sich eine Welt ohne Menschen denken kann, hat die Wissenschaft bereits durchgespielt. In der nördlichen Hemisphäre wäre sie wohl dicht bewaldet. Noch in der Römerzeit konnte man Deutschland durchweg im Schatten von Bäumen durchqueren.

Noch gravierender aber wäre: die Tiere, die wir heute als Steppen- oder Gebirgsbewohner kennen, würden unbefangen und ohne Scheu auch im Tiefland und Waldland leben. Bären, Wölfe und Luchse würden sich in ganz Europa wohlfühlen, heute nachtaktive Tiere wie Rotwild hätten nie ihre Gewohnheit, im Sonnenlicht zu grasen, abgelegt, wären sie nie bejagt worden. Das amerikanische Urpferd und möglicherweise auch das amerikanische Kamel wären nicht ausgestorben, und afrikanische Wildtiere hätten sich nie in die Savannen zurückgezogen.

Was wäre, wenn der Mensch von heute auf morgen verschwinden würde?

Diese Frage hat sich auch der US-amerikanische Forscher Alan Weisman gestellt. In seine Buch «Die Welt ohne uns» stellt er sich eine Erde vor, auf der es von heute auf morgen keinen einzigen Menschen mehr gibt.

Weisman stellt fest: wenn wir erst einmal fort sind, wird sich der Planet schnell erholen. Die Natur wird wieder begrünen, wo der Mensch Kahlschlag angerichtet hat. Keine Schadstoffe und Emissionen mehr, keine Lichtverschmutzung.

Weisman orientiert sich vor allem an Zonen, die der Mensch gezielt aufgegeben hat – etwa die Schutzzone rund um Tschernobyl. Hier ist zu sehen, in wie kurzer Zeit die Selbstheilungskräfte der Natur zu Werk gehen.

Zahlreiche Tierarten würden sich rasch erholen – nach Weisman würden allein bei den Vögeln eine Milliarde Tiere am Leben bleiben, wenn sie nicht mehr Hochspannungsleitungen, Windrädern oder der Lichtverschmutzung der Städte zum Opfer fielen. Andere müssten allerdings gehen: dazu gehören Kulturfolger wie Läuse, aber auch Ratten.

Unsere Städte wären wohl innerhalb von zwanzig oder dreissig Jahren wieder überwuchert, Siedlungen in Küstennähe vom Meer weggeschwemmt, Bauten würden beginnen, zu bröckeln und einzustürzen.

Das Einzige, was von uns bleiben würde – das wären die Schadstoffe. Radioaktivität, der Bleigehalt im Boden, die CO²-Werte der Luft, hier würde es sehr viel länger dauern, bis unsere Hinterlassenschaften aufgearbeitet wären!

Weismans Fazit ist allerdings: wir müssen nicht unbedingt vollständig verschwinden. Ein bewussterer Umgang mit unserem wunderbaren Planeten würde genügen, um ihn für kommende Generationen zu erhalten.

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